Übersicht pain Nachrichten
Veröffentlicht am
09.09.2026
Aktualisiert am
09.09.2026
Lesezeit
3 min
Stand: 9. September 2026
Das Kürzel pain steht in ISO 20022 für Payments Initiation. Diese Nachrichtenfamilie deckt die Strecke zwischen Kunde und Bank ab: Der Kunde beauftragt eine Zahlung, die Bank meldet den Status zurück. Damit endet ihr Anwendungsbereich – die Weitergabe zwischen den Instituten übernimmt die pacs-Familie, Kontoinformationen liefern camt-Nachrichten.
Wo pain aufhört
Diese Grenze ist der wichtigste Punkt zum Verständnis der Familie und zugleich die häufigste Verwechslung: Ein Firmenkunde reicht eine pain.001 ein und bekommt eine pain.002 zurück. Was seine Bank daraus macht – eine pacs.008 an das Clearing-System – sieht er nie. Umgekehrt existiert für die Interbankenstrecke keine pain-Nachricht.
Übersicht der Verwendung
Die folgende Tabelle zeigt, in welchem Umfeld eine Nachricht praktisch vorkommt. Über die Schaltflächen lässt sich das Umfeld auswählen; die Tabelle zeigt dann nur die zugehörige Spalte. Der Umgang in EBICS ist ein eigenes Thema und wird im Anschluss behandelt.
| Nachricht | Aufgabe | SEPA | Schweiz | SWIFT |
|---|---|---|---|---|
| Aufträge und Rückmeldungen | ||||
| pain.001 | Überweisungsauftrag des Kunden | SCT und SCT Inst | ja | bilateral |
| pain.002 | Statusrückmeldung an den Kunden | alle Verfahren | ja | bilateral |
| pain.008 | Lastschriftauftrag des Kunden | SDD Core und B2B | ja (LSV+ und BDD) | bilateral |
| pain.007 | Rückabwicklung durch den Auftraggeber | SDD | – | – |
| Mandatsverwaltung (E-Mandat) | ||||
| pain.009 | Mandate Initiation Request | SDD E-Mandat | – | – |
| pain.010 | Mandate Amendment Request | SDD E-Mandat | – | – |
| pain.011 | Mandate Cancellation Request | SDD E-Mandat | – | – |
| pain.012 | Mandate Acceptance Report | SDD E-Mandat | – | – |
| Zahlungsanforderung | ||||
| pain.013 | Creditor Payment Activation Request | SEPA Request-to-Pay | – | – |
| pain.014 | Statusbericht zur Zahlungsanforderung | SEPA Request-to-Pay | – | – |
Die Umfelder im Einzelnen
SEPA
Für den SEPA-Raum veröffentlicht der European Payments Council eigene Customer-to-PSP Implementation Guidelines je Verfahren. Sie stützen sich auf pain.001 für SCT und SCT Inst, auf pain.008 für SDD Core und B2B sowie durchgängig auf pain.002 für die Statusrückmeldung. Die pain.007 ist die Rückabwicklung durch den Auftraggeber und im Lastschriftumfeld angesiedelt.
Ein Detail, das in Projekten regelmäßig auffällt: Der ISO-Katalog führt inzwischen deutlich höhere Versionen, als in SEPA verwendet werden – pain.001 steht dort bei V13, pain.002 bei V15. Maßgeblich ist aber nicht die neueste ISO-Version, sondern die im jeweiligen Regelwerk festgeschriebene. Wer sich am ISO-Katalog orientiert statt an den Guidelines, baut am Verfahren vorbei.
Mandate und Zahlungsanforderung
Zwei Gruppen sind keine Zahlungsaufträge im engeren Sinn. Die Mandatsnachrichten pain.009 bis pain.012 gehören zum E-Mandate Service des SDD-Verfahrens: Beantragung, Änderung und Löschung eines Mandats sowie die Rückmeldung über dessen Annahme. Die pain.013 und pain.014 tragen die Zahlungsanforderung im Verfahren SEPA Request-to-Pay – der Gläubiger bittet um Zahlung, der Schuldner entscheidet.
Schweiz
In der Schweiz ist pain die tragende Familie der Kunde-Bank-Strecke. Die von SIX herausgegebenen Swiss Payment Standards decken pain.001 für Überweisungsaufträge, pain.002 für die Statusmeldung und pain.008 für die Lastschriftverfahren LSV+ und BDD ab. Die aktuelle Fassung der Business Rules gilt ab dem 14. November 2026. Mandatsnachrichten und Zahlungsanforderungen sind dort nicht Gegenstand der Guidelines.
SWIFT
Hier ist die Abwesenheit die Nachricht: SWIFT CBPR+ deckt die Interbankenstrecke ab, pain-Nachrichten gehören nicht zu seinem Umfang. Für Firmenkunden über SCORE besteht keine Migrationspflicht auf ISO 20022; der Austausch von pain.001 und pain.002 ist bilateral zwischen Bank und Kunde geregelt. Auch im Nachrichtenkatalog von TARGET – T2 kommen pain-Nachrichten nicht vor – die TARGET-Services beginnen erst hinter der Kundenschnittstelle.
Umgang in EBICS
EBICS ist der in Deutschland maßgebliche Transportweg für genau diese Familie. Der Kunde reicht seine Aufträge als Datei ein, und die Auftragsart bestimmt, welcher Nachrichtentyp erwartet wird: eine Auftragsart für die SEPA-Überweisung transportiert eine pain.001, eine Auftragsart für die Lastschrift eine pain.008. Die Rückmeldung holt der Kunde als pain.002 ab, Kontoinformationen getrennt davon über die camt-Auftragsarten.
Welche Formatversionen dabei zulässig sind, regelt nicht ISO und nicht das EPC-Rulebook allein, sondern die Anlage 3 des DFÜ-Abkommens. Sie ist für deutsche Firmenkunden die verbindliche Referenz und wird jährlich fortgeschrieben – die Fassung 26.11 gilt ab dem 15. November 2026.
Quellen für Spezifikationen
- ISO 20022 – Message Definitions
- EPC – SCT Customer-to-PSP Implementation Guidelines
- EPC – SDD Core Customer-to-PSP Implementation Guidelines (PDF)
- EPC – SDD Core E-Mandate Service Implementation Guidelines (PDF)
- SIX – Swiss Payment Standards, Business Rules (PDF)
- Swift – ISO 20022 FAQ: Corporates
- Die Deutsche Kreditwirtschaft – Spezifikation der Datenformate (Anlage 3 des DFÜ-Abkommens)