Übersicht SEPA Reason Codes

Veröffentlicht am

18.08.2026

Aktualisiert am

18.08.2026

Lesezeit

6 min

Reason Codes

Synonyme: Rückgabecode, Rückgabegrund, Return Code, R-Transaktionscode

Kurzdefinition

Reason Codes sind standardisierte vierstellige Schlüssel, mit denen ein Zahlungsdienstleister im SEPA-Zahlungsverkehr begründet, warum eine Zahlung nicht wie beauftragt ausgeführt, zurückgegeben oder zurückgerufen wurde. Sie sind das maschinenlesbare Gegenstück zum Klartext-Rückgabegrund und Grundlage jeder automatisierten Rückläuferverarbeitung.

Reason Codes stammen nicht aus dem SEPA-Regelwerk selbst, sondern aus den ISO 20022 External Code Sets. Das European Payments Council (EPC) wählt daraus je Verfahren eine zulässige Teilmenge aus und legt fest, welcher Code in welcher R-Transaktion und von welcher Partei verwendet werden darf. Nationale Clearing-Regelwerke (z.B. in Deutschland die Verfahrensregeln der Bundesbank für den SEPA-Clearer(opens in new tab)) können zusätzliche Prüfungen und Codes ergänzen.

Wichtig für die Praxis: Ein Reason Code sagt was passiert ist, nicht wer es verschuldet hat und nicht, ob eine Wiedervorlage sinnvoll ist. Diese Bewertung ist immer Auslegungsleistung des verarbeitenden Systems.

Wo Reason Codes auftreten

NachrichtRichtungVerwendung
pain.002Bank → KundeStatusreport zur eingereichten Datei; Reject vor Ausführung
pacs.002InterbankReject einer Zahlung vor Verrechnung; bei SCT Inst zusätzlich negative Bestätigung
pacs.004InterbankReturn, Refund und Reversal nach Verrechnung
camt.056InterbankRequest for Cancellation / Recall – Rückrufgrund
camt.029InterbankAntwort auf den Recall – positiv oder negativ, mit Begründung
camt.054Bank → KundeBelastungs-/Gutschriftanzeige des Rückläufers

Ein und derselbe Code kann in mehreren Nachrichten gültig sein, aber nicht in allen. MD06 etwa ist ausschließlich im Refund zulässig, FF01 ausschließlich im Reject.

Systematik der R-Transaktionen

R-Trans-aktionZeitpunktAuslöserVerfahren
Rejectvor Verrechnungjede beteiligte Bank oder CSMSCT, SCT Inst, SDD
Returnnach Verrechnung, i. d. R. bis D+5Bank des Zahlungsempfängers bzw. ZahlstelleSCT, SCT Inst, SDD
Refundbis 8 Wochen (autorisiert) bzw. 13 Monate (nicht autorisiert)Zahlungspflichtigernur SDD Core
Reversalbis D+5 nach FälligkeitZahlungsempfänger (Creditor)nur SDD
Recall / RFROnach VerrechnungBank des Zahlers bzw. ZahlerSCT, SCT Inst
InquiryjederzeitBank des ZahlersSCT (Claim of Non-Receipt / Value Date Correction)

Die wichtigsten Codes

SEPA-Lastschrift (SDD Core und B2B)

CodeISO-BezeichnungBedeutung in der PraxisZulässig in
AC01Incorrect Account NumberIBAN formal oder inhaltlich falschReject, Return
AC04Closed Account NumberKonto aufgelöst – Wiedervorlage sinnlosReject, Return
AC06Blocked AccountKonto gesperrt, ggf. LastschriftsperreReject, Return
AC13Invalid Debtor Account TypeB2B-Lastschrift auf VerbraucherkontoReject, Return
AG01Transaction ForbiddenLastschriftverfahren für dieses Konto nicht zugelassenReject, Return
AG02Invalid Bank Operation CodeFalscher Verfahrenscode, z. B. B2B statt COREReject, Return
AM04Insufficient FundsDeckung fehlt – der klassische Wiedervorlage-FallReject, Return
AM05DuplicationDoppeleinreichung erkanntReject, Return, Reversal
BE05Unrecognised Initiating PartyCreditor Identifier der Zahlstelle unbekannt oder ungültigReject, Return
MD01No MandateKein gültiges Mandat – Widerspruch bis 13 MonateReject, Return, Refund
MD02Missing Mandatory Mandate InformationPflichtangaben im Mandat unvollständigReject
MD06Refund Request By End CustomerErstattungsverlangen innerhalb der 8-Wochen-FristRefund
MD07End Customer DeceasedKontoinhaber verstorbenReject, Return
MS02Not Specified Reason Customer GeneratedKunde widerspricht ohne Angabe von GründenReject, Return, Reversal, Refusal
MS03Not Specified Reason Agent GeneratedBank gibt keinen Grund anReject, Return, Reversal
RC01Bank Identifier IncorrectBIC fehlerhaft oder nicht erreichbarReject, Return
RR01RR04fehlende Angaben / Regulatory ReasonAufsichtsrechtliche Gründe, u. a. EmbargoReject, Return
SL01Specific Service Offered By Debtor AgentSperr-/Whitelist-Dienst der Zahlstelle greiftReject, Return
FF01Invalid File FormatDatei- oder FormatfehlerReject

SEPA-Überweisung (SCT)

CodeISO-BezeichnungBedeutung in der PraxisZulässig in
AC01Incorrect Account NumberIBAN des Begünstigten falschReject, Return
AC04Closed Account NumberEmpfängerkonto aufgelöstReturn, negative Recall-Antwort
AC06Blocked AccountEmpfängerkonto gesperrtReturn
AG01Transaction ForbiddenGutschrift auf diesem Konto unzulässigReturn
AG02Invalid Bank Operation CodeNachricht/Verfahren unzulässigReject, Return
AM05DuplicationDoppeleinreichungReject, Return
BE04Missing Creditor AddressEmpfängeradresse fehlt – ab Nov. 2026 im Zuge der strukturierten Adressen relevanterReturn
CNOR / DNORCreditor / Debtor Bank Is Not RegisteredInstitut nicht Scheme-Teilnehmer bzw. nicht erreichbarReject, Return
ED05Settlement FailedVerrechnung im CSM gescheitertReject
FF01Invalid File FormatFormatfehlerReject
MD07End Customer DeceasedEmpfänger verstorbenReturn
MS02 / MS03Not Specified ReasonKein Grund angegeben – Kunde bzw. BankReject, Return
RC01Bank Identifier IncorrectBIC fehlerhaftReject, Return
RR01RR04fehlende Angaben / Regulatory ReasonAufsichtsrechtliche GründeReject, Return
TM01Cut Off TimeAnnahmeschluss überschrittenReject

Für die SCT Inquiry (Claim of Non-Receipt, Value Date Correction) gilt ein eigener Codesatz: ACNR, ACVA, MODI als positive, ARJT, CVAA, RJNR, RJVA, RNPR, NOOR als negative Antworten.

SEPA-Echtzeitüberweisung (SCT Inst) – zusätzliche Codes

Für SCT Inst gilt grundsätzlich derselbe Codesatz wie für SCT, ergänzt um Codes für die zeitkritische Verarbeitung. Diese sind der Kern jeder Instant-Payments-Fehleranalyse:

CodeISO-BezeichnungBedeutung in der Praxis
AB05Timeout Creditor AgentBank des Begünstigten antwortet nicht rechtzeitig
AB06Timeout Instructed AgentZwischeninstitut antwortet nicht rechtzeitig
AB07Offline AgentZwischeninstitut nicht erreichbar
AB08Offline Creditor AgentBank des Begünstigten nicht erreichbar
AB09Error Creditor AgentTechnischer Fehler bei der Bank des Begünstigten
AB10Error Instructed AgentTechnischer Fehler beim Zwischeninstitut
AG09Payment Not ReceivedZahlung beim Empfängerinstitut nicht eingegangen
AG10 / AG11Agent Suspended / Creditor Agent SuspendedTeilnehmer vom Scheme suspendiert
AM23Amount Exceeds Settlement LimitVerrechnungslimit des Instituts überschritten
TM01Invalid Cut Off TimeZeitfenster verletzt

Die AB-Reihe ist der wichtigste Unterschied zur klassischen SCT. Sie entsteht aus dem Timing-Modell des Verfahrens und ist im Monitoring gesondert auszuwerten: Häufungen deuten auf Erreichbarkeitsprobleme eines Gegeninstituts hin, nicht auf Datenfehler.

Zu beachten: Mit dem Wegfall des Scheme-Höchstbetrags ist AM23 als institutsindividuelles Limit deutlich praxisrelevanter geworden.

Recall, Request for Recall by the Originator und Antwortcodes

Recall durch die Bank des Zahlers (camt.056) – zulässige Gründe:

CodeBedeutung
DUPLDuplicate Payment – doppelt ausgeführte Zahlung
TECHTechnical Problem – technischer Fehler beim Institut
FRADFraudulent Origin – betrügerischer Ursprung

Request for Recall by the Originator (RFRO) – vom Kunden veranlasst:

CodeBedeutung
CUSTRequested By Customer
AM09Wrong Amount – falscher Betrag
AC03Invalid Creditor Account Number – falsche Empfänger-IBAN

Antwort auf Recall/RFRO (camt.029):

CodeBedeutung
FOCRFollowing Cancellation Request – positive Antwort, Rückzahlung erfolgt
ARDTTransaktion wurde bereits zurückgegeben
AC04Empfängerkonto geschlossen
AM04Insufficient Funds – keine Deckung mehr vorhanden
NOASNo Answer From Customer – Empfänger reagiert nicht
NOORNo Original Transaction Received – Ursprungszahlung nicht auffindbar
CUSTAblehnung durch den Kunden
LEGLLegal Decision – rechtliche Gründe stehen entgegen

FOCR ist der einzige positive Antwortcode und erzeugt die tatsächliche Rückzahlung. Alle übrigen sind Ablehnungen und lösen keinen Zahlungsfluss aus – eine in Rückläufer-Auswertungen häufig übersehene Unterscheidung.

Abgrenzung: Verification of Payee

VoP-Ergebnisse sind keine Reason Codes, werden aber in der Praxis regelmäßig damit vermischt. Sie entstehen vor der Zahlungsauslösung, nicht danach, und sind kein Bestandteil der R-Transaktionen.

Das VoP Scheme kennt bei der Kombination Kontonummer + Name vier Ergebnisse:

  • Match – Übereinstimmung
  • Close Match – annähernde Übereinstimmung; der korrekte Name wird dem Zahler angezeigt
  • No Match – keine Übereinstimmung
  • Verification check not possible – Prüfung nicht durchführbar, z. B. weil das Konto beim antwortenden PSP nicht geführt wird oder der Dienst nicht verfügbar ist

Bei der Kombination Kontonummer + Identifikationscode entfällt Close Match. Die technischen Reason Codes hinter „not possible“ sind nicht im Rulebook, sondern in den Inter-PSP API Specifications spezifiziert.

Praktische Konsequenz: Eine negative VoP-Antwort verhindert die Zahlung nicht – sie erzeugt eine Warnung, die der Zahler übergehen kann. Ein Reason Code hingegen dokumentiert eine bereits gescheiterte oder rückabgewickelte Zahlung.

Praxishinweise

MS02 und MS03 sind keine Fehlercodes. Sie bedeuten lediglich, dass kein Grund mitgeteilt wurde. Ein hoher Anteil dieser Codes im Rückläuferbestand ist ein Qualitätsproblem der Gegenseite und erlaubt keine automatisierte Folgeentscheidung.

AC01 und AC04 sauber trennen. AC01 kann auf einen Erfassungsfehler hindeuten und rechtfertigt eine Datenkorrektur; AC04 bedeutet endgültig kein Konto. Wiedervorlagelogiken, die beide gleich behandeln, erzeugen vermeidbare Folgerückläufer und Entgelte.

AM04 ist der einzige klassische Retry-Fall. Wiedervorlagen bei allen anderen Codes sind fast immer wirtschaftlich negativ.

MD01 und MD06 unterscheiden sich in der Frist, nicht im Ergebnis. MD06 ist der autorisierte Widerspruch binnen acht Wochen, MD01 der Widerspruch mangels Mandat binnen 13 Monaten – mit deutlich weitergehender Beweislast für den Zahlungsempfänger.

Codelisten haben Versionsstände. Die ISO 20022 External Code Sets werden regelmäßig aktualisiert; EPC-Guidance und Bundesbank-Verfahrensregeln folgen den jährlichen Release-Terminen der Schemes. Eine im System hinterlegte Codeliste ohne Versionierung und Pflegeprozess veraltet zuverlässig.

Nationale Ergänzungen beachten. Der SEPA-Clearer der Bundesbank verwendet zusätzliche Prüf- und Ablehnungscodes, die nicht im EPC-Regelwerk stehen. Systeme, die ausschließlich gegen die EPC-Guidance implementiert sind, laufen bei diesen Codes in den Default-Zweig.

Quellen und Pflegestand

QuelleDokumentStand
ISO 20022 Registration AuthorityExternal Code Sets (ExternalStatusReason1Code, ExternalReturnReason1Code, ExternalPaymentCancellationReason1Code)laufend aktualisiert
EPCEPC173-14 – Guidance on Reason Codes for SDD R-transactions, v8.028.11.2024
EPCEPC135-18 – Guidance on Reason Codes for SCT R-transactions, v6.028.11.2024
EPCEPC059-18 – Guidance on Reason Codes for SCT Inst R-transactions, v7.005.10.2025
EPCEPC218-23 – Verification of Payee Scheme Rulebook, v1.1veröffentlicht 16.03.2026, gültig ab 20.09.2026
Deutsche BundesbankVerfahrensregeln für die Abwicklung von SEPA-Zahlungen über den SEPA-Clearer des EMZgültig ab 15.11.2026
Die Deutsche KreditwirtschaftAnlage 3 des DFÜ-Abkommens – Spezifikation der DatenformateVersion 26.11, gültig ab 15.11.2026

 

Maßgeblich ist immer die zum Verarbeitungszeitpunkt gültige Fassung. Die EPC-Guidance-Dokumente sind Auslegungshilfen, rechtlich verbindlich sind die jeweiligen Scheme Rulebooks und Implementation Guidelines!


Redaktioneller Hinweis: Der Beitrag bildet den Stand August 2026 ab. Zu prüfen bei der nächsten Aktualisierung: Auswirkungen der Umstellung auf strukturierte Adressen zum 22. November 2026 auf BE04 und die RR-Reihe.