PSD2

Veröffentlicht am

11.12.2025

Aktualisiert am

02.10.2026

Lesezeit

2 min

Stand: 2. Oktober 2026

Definition

Die PSD2 (Zahlungsdiensterichtlinie, Richtlinie (EU) 2015/2366) ist der Rechtsrahmen, der den europäischen Zahlungsverkehr seit 2018 prägt. Sie löste die erste Zahlungsdiensterichtlinie von 2007 ab und regelt, wer Zahlungsdienste erbringen darf, wie Zahlungen autorisiert werden und welche Rechte Kunden dabei haben.

Der häufigste Irrtum: PSD2 ist eine Richtlinie, keine Verordnung. Sie gilt nicht unmittelbar, sondern über das Recht der Mitgliedstaaten – in Deutschland über das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz und die §§ 675c ff. BGB. Wer eine Rechtsfrage klären will, landet deshalb beim nationalen Text, nicht bei der Richtlinie.

Zeitplan und Stand

Die Richtlinie trat am 12. Januar 2016 in Kraft, anzuwenden war sie ab dem 13. Januar 2018. Die technischen Regeln stehen nicht in ihr selbst, sondern in der Delegierten Verordnung (EU) 2018/389 – den regulatorischen technischen Standards zur starken Kundenauthentifizierung und zur sicheren Kommunikation. Sie gelten seit dem 14. September 2019.

Abgelöst wird die PSD2 durch das Paket aus PSD3 und PSR. Bis dessen Fristen greifen, bleiben PSD2 und die technischen Standards die Grundlage der Umsetzung in den Häusern.

Der Zugang Dritter zum Konto

Der sichtbarste Teil der PSD2 ist der Anspruch lizenzierter Dritter auf Zugang zum Zahlungskonto – mit Zustimmung des Kunden und ohne Vertrag mit der kontoführenden Bank. Die Richtlinie schuf dafür zwei neue Zahlungsdienste und gab einem dritten Anbietertyp ein Zugriffsrecht:

  • Kontoinformationsdienst – liest Umsätze und Salden, etwa für Multibanking oder Haushaltsrechnung
  • Zahlungsauslösedienst – stößt eine Überweisung vom Kundenkonto an, ohne das Geld selbst zu halten
  • Kartenherausgeber ohne Kontoführung – gibt eine Karte heraus, die auf ein Konto bei einem anderen Institut zugreift, und lässt sich vor der Zahlung nur mit Ja oder Nein bestätigen, ob der Betrag verfügbar ist

Die Bank stellt dafür eine dedizierte Schnittstelle bereit und weist sich gegenüber dem Dritten mit Zertifikaten nach eIDAS aus – dem QWAC für die Verbindung und dem Siegelzertifikat für die Daten.

Starke Kundenauthentifizierung

Eine Zahlung wird nur freigegeben, wenn der Kunde zwei von drei unabhängigen Elementen beibringt: Wissen (etwa eine PIN), Besitz (etwa ein Gerät) und Inhärenz (etwa ein Fingerabdruck). Unabhängig heißt, dass die Verletzung eines Elements die Verlässlichkeit der übrigen nicht beeinträchtigt.

Die technischen Standards lassen Ausnahmen zu, etwa für Kleinbeträge, wiederkehrende Zahlungen an denselben Empfänger, vom Kunden hinterlegte Empfänger und für Verfahren mit niedriger Betrugsquote. Die Ausnahme ist dabei ein Recht der Bank, keine Pflicht und sie verschiebt die Haftung.

Was PSD2 für Kunden brachte

Neben der Authentifizierung regelt die Richtlinie die Haftung bei nicht autorisierten Zahlungen mit einem begrenzten Selbstbehalt des Kunden, verbietet Aufschläge auf Karten- und Überweisungszahlungen in weiten Teilen des Marktes und setzt Fristen für die Ausführung.

Quellen