Projekt Agorá

Ein Beitrag von

Andreas Wegmann & AI friends

Veröffentlicht am

15.06.2026

Aktualisiert am

15.06.2026

Lesezeit

2 min

Am Project Agorá arbeiten unter der Führung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und des Institute of International Finance (IIF) insgesamt 7 Zentralbanken sowie über 40 der weltweit größten Finanzinstitute und Marktinfrastrukturen zusammen. Man darf es also durchaus als Mammutprojekt bezeichnen.

Wie Projekt Agorá den Finanzsektor transformiert

Grenzüberschreitende Großbetragszahlungen werden Großteils über das Korrespondezbankensystem ausgeführt und sind oft langsam, teuer und intransparent. Komplexe, sequenzielle Prozesse, verzögerte Transaktionen und isolierte Liquidität belasten das Cash-Management, bremsen den globalen Handel und hemmen Innovationen. Das Ziel von Projekt Agorá ist es, diese strukturellen Ineffizienzen durch Tokenisierung grundlegend zu überwinden.

Eine einzigartige globale Zusammenarbeit

Was Projekt Agorá besonders macht, ist seine schiere Größe und die enge globale Kooperation. Das Projekt bringt acht Zentralbanken – darunter die Herausgeber von fünf wichtigen Reservewährungen – und über 40 führende private Finanzinstitute zusammen. Gemeinsam testen sie eine programmierbare, währungsübergreifende Plattform. Auf dieser gemeinsamen Infrastruktur werden sowohl Zentralbankreserven als auch Geschäftsbankeinlagen tokenisiert. Dieser innovative Ansatz ermöglicht es, die Sicherheit, das Vertrauen und die Verlässlichkeit des bestehenden Bankensystems zu wahren und gleichzeitig auf ein völlig neues technologisches Fundament zu stellen.

Die technologischen Vorteile im Überblick

Die erfolgreiche Entwicklung eines ersten Prototyps zeigt bereits jetzt eindrucksvoll die enormen Möglichkeiten dieser neuen Architektur auf:
  • Atomares Settlement: Großbetragstransaktionen über verschiedene Währungen hinweg können künftig unmittelbar und zeitgleich abgewickelt werden. Bei entsprechender Implementierung könnte dies rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche (24/7) geschehen.
  • Smart Contracts: Über die Plattform können Finanzinstitute komplexe Geschäftslogiken, Compliance-Anforderungen (wie Anti-Geldwäsche-Maßnahmen) und bedingte Zahlungsmechanismen direkt in die Transaktionen integrieren.
  • Radikale Effizienzsteigerung: Der Abstimmungsaufwand und fehleranfällige manuelle Eingriffe werden durch das Shared-Platform-Modell massiv minimiert. Dies eliminiert die Hauptursachen für Verzögerungen, Kosten und Zahlungsausfälle im heutigen System.

Nächste Phase: Real-Value Testing

  • Ab Mai/Juni 2026: Das Projekt geht in die Echtgeld-Testphase (real-value testing). Die Teilnehmer – darunter die EZB (Eurosystem), die Bank of Canada, die Bank of England, die Bank of Japan, die Bank of Korea, die Bank of Mexico, die Schweizerische Nationalbank, die Federal Reserve Bank of New York und über 40 Finanzinstitute – wollen nun untersuchen, wie eine Agorá-ähnliche Plattform innerhalb bestehender rechtlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen funktionieren kann.

  • September 2026: Geplanter Go-Live von Pontes, einer Infrastruktur, die Markt-DLT-Plattformen mit den TARGET Services verbinden soll. Dies könnte für die Eurozone eine wichtige Schnittstelle für die weitere Testphase darstellen.

Ein detaillierter öffentlicher Zeitplan mit konkreten Meilensteinen für die Echtgeld-Testphase liegt bislang nicht vor. Die BIS betont, dass es sich um ein experimentelles Projekt handelt, das kein fertiges Produkt liefern, sondern öffentliche Güter für die Zentralbankengemeinschaft erarbeiten will.

Dieses YouTube Video gibt eine kurze Übersicht zum Projekt Agora:

 

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