Ein Beitrag von
Wise + AI
Veröffentlicht am
16.10.2026
Aktualisiert am
19.10.2026
Lesezeit
2 min
Noch sind unstrukturierte Adressen im SEPA-Zahlungsverkehr nicht vollständig Geschichte. Doch wer die aktuellen Entwicklungen verfolgt, erkennt schnell: Die Zukunft gehört klar der strukturierten Adresse und als Übergangslösung der hybriden Adresse.
EPC verlängert Frist für unstrukturierte Adressen
Ursprünglich sollte die Nutzung unstrukturierter Adressen im Rahmen der EPC-Regelwerke bereits zum 15. November 2026 enden. Der European Payments Council (EPC) hat jedoch im September entschieden, die Frist zu verschieben. Unstrukturierte Adressen bleiben damit vorerst weiterhin zulässig, während ein neuer Endtermin festgelegt wird. Der Markt diskutiert derzeit verschiedene Zeithorizonte, darunter eine Übergangsphase bis in das Jahr 2027.
Für Banken, Softwareanbieter und Unternehmen bedeutet das zwar etwas mehr Zeit für die Umsetzung, jedoch keinen Aufschub der strategischen Richtung. Der EPC betont ausdrücklich, dass die Migration auf strukturierte, beziehungsweise hybride Adressen konsequent fortgeführt werden soll.
Warum werden Adressen überhaupt strukturiert?
Die Anforderungen entstehen im Zuge der internationalen ISO-20022-Migration. Ziel ist eine bessere Datenqualität im Zahlungsverkehr.
Während eine unstrukturierte Adresse lediglich aus freien Textzeilen besteht, werden bei einer strukturierten Adresse einzelne Bestandteile wie:
- Straßenname
- Hausnummer
- Postleitzahl
- Ort
- Land
in separaten Feldern übermittelt.
Dadurch können Zahlungsdaten automatisiert verarbeitet, geprüft und abgeglichen werden. Insbesondere Compliance-, Sanktions- und Betrugsprüfungen profitieren von der höheren Datenqualität. Gleichzeitig steigt die Straight-Through-Processing-Rate (STP), sodass weniger manuelle Nachbearbeitung erforderlich ist.
Die hybride Adresse als pragmatischer Zwischenschritt
Nicht jedes Unternehmen kann seine Systeme kurzfristig vollständig auf strukturierte Adressdaten umstellen. Deshalb unterstützen EPC und Marktinfrastrukturen auch das hybride Adressmodell.
Bei einer hybriden Adresse werden mindestens Ort und Ländercode strukturiert übertragen, während weitere Adressinformationen noch in freien Adresszeilen angegeben werden können.
Für viele Unternehmen stellt dies einen praktikablen Migrationspfad dar, um bereits heute die wichtigsten Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig bestehende Prozesse schrittweise anzupassen.
Warum Unternehmen nicht auf die letzte Frist warten sollten
Die aktuelle Fristverlängerung sollte nicht als Einladung verstanden werden, die Umsetzung aufzuschieben. Im Gegenteil: Banken und Zahlungsverkehrsgremien empfehlen ausdrücklich, laufende Migrationsprojekte unverändert fortzuführen.
Wer frühzeitig auf strukturierte oder hybride Adressen umstellt, profitiert von:
- höherer Datenqualität
- weniger Rückfragen und Fehlbuchungen
- effizienteren Compliance-Prüfungen
- besserer internationaler Interoperabilität
- Zukunftssicherheit für kommende regulatorische Anforderungen
Fazit
Auch wenn unstrukturierte Adressen nach den aktuellen EPC-Entscheidungen noch übergangsweise erlaubt bleiben, ist die Richtung eindeutig: Die Zukunft des Zahlungsverkehrs liegt in strukturierten Daten. Die hybride Adresse kann dabei als Brücke dienen, langfristig wird sich jedoch die vollständig strukturierte Adresse als Standard etablieren.
Unternehmen, Banken und Softwareanbieter sollten die verlängerte Frist daher nicht als Verzögerung, sondern als Chance nutzen, ihre Systeme rechtzeitig fit für die nächste Generation des Zahlungsverkehrs zu machen.
Quellen:
EPC delays address format migration timeline | European Payments Council
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